Archive for the ‘politik’ Category
Netzeitung der neue Medien Watchblog?
Die Netzeitung ist ja irgendwie beerdigt worden und jetzt neu erstanden. Zwar nicht aus Ruinen, sondern eher aus Bits und Bytes, die ein anderer Verlag über nachrichten.de breitet. Jetzt ist die Netzeitung nur noch ein Double Content oder großes Artikelverzeichnis, das einige News *hust weiterreicht. Der webbasierte Feedreader ohne Möglichkeit zur Gestaltung.
Allerdings könnte es auch sein, dass es sich um einen Watchblog handelt. Denn irgendwie kann man jetzt mal endlich sehen, wie weit es her ist mit dem einzigartigen Inhalten für die wir Leser ja so brav zahlen sollen!

Netzeitung zeigt doppelte und dreifache Schlagzeilen
Wahrscheinlich wurde(n) auch diese Schlagzeile(n) von einer künstlichen Intelligenz mittels des patentierten und wissenschaftlichen geprüften Verfahrens des so genannten Copy & Paste erstellt.
Aber damit noch lange nicht genug. Hier ein weiteres Schaubild.

Doppelte Schlagzeilen - wohin der Leser sieht
Es bleibt natürlich mal die ernst erlaubte Frage: Wer braucht so was? Wenn ich einen Feedreader brauche, dann habe ich vielleicht schon einen oder ich erstelle mir selbst einen. Und wenn ich nachrichten.de nutze, brauche ich mit Sicherheit die Netzeitung nicht. Ist schon schade, soetwas mit anzusehen. Aber sind wir nicht alle ein bisschen Zoomer.de?
Hier noch mehr dazu und hier auch.

Die besondere Immobilien für überzeugte Individualisten
Während in der Vergangenheit das Hausboot eher etwas für Aussteiger, Lebenskünstler oder Menschen in Notlagen war, hat sich das einstige Stiefkind der Wohnkultur in den letzten Jahren gewandelt und ist zu einer Wohnungsimmobilie für Menschen mit Sinn für besondere Wohnkultur geworden.
Gerade in Städten, in denen exklusiver Wohnraum rar ist, sind diese architektonischen Kleinode mittlerweile zu einem festen Bestandteil des Stadtbildes geworden oder es setzt gerade der Trend zu einer Immobilie auf dem Wasser ein.
Die Norddeutsche Metropole Hamburg bietet dem zukünftigen Hausbootbesitzer eine Reihe von exzellenten Liegeplätzen im Herzen der Stadt sowie an landschaftlich reizvollen Standorten an. Das Hausboot von Heute ist eine bewohnbare Kombination aus architektonischen Glanzlichtern und hohen ökologischen Ansprüchen.
In Zusammenarbeit mit innovativen Hamburger Architekturbüros werden nach den Wünschen und Vorstellungen der Bauherren die Hausboote konzipiert und umgesetzt. Dabei reicht die Bandbreite der denkbaren Gestaltungsmöglichkeiten von 1-stöckigen bis hinzu 3-stöckigen Hausbooten mit viel Raum für eigene Ideen. Fensterfronten, eine Dachterrasse und eine weitestgehend unabhängige Energieversorgung sind Kennzeichen einer zukunftsweisenden Bauweise für Menschen, deren Leidenschaft es ist am Wasser zu leben und zu arbeiten und dabei nicht auf den gewohnten Komfort und eine angenehme Wohnatmosphäre verzichten wollen
Alle Hausboote sind so genannte Energiesparhäuser bzw. Passiv-Häuser und werden in eine komplette Infrastruktur für Hausboote eingegliedert.
Sicherlich ist eine solche Immobilien ganz gewiss nichts alltägliches und gerade jemand, der etwas sucht, was nicht unbedingt jeder in seinem Besitz hat, der wird sich für die Idee des modernen Hausbootes erwärmen können.
hamburger-hausboote.com

Weltpolitik in kurzen Sätzen
Die SPD – Eine Partei zwischen nichts und nirgendwo
Die alte Tante SPD ist nicht nur in die Jahre gekommen, sondern mittlerweile auch unter die Räder der Neuen MItte und der Linken. Wo steht man eigentlich, wo will man hin und wie können sie den Menschen klar machen, dass die Partei noch für was gebraucht wird. Sei es im schlechtesten Fall Mehrheitsbeschaffer für die CDU in einer Großen Koalition. Page up – Page down diskutieren alle Medien, egal ob gedruckt oder virtuell – was oder wer der Wurm ist, der sich im Apfel SPD eingenistet hat.
Eine neue Stimme ist dazu gekommen und nennt sich Degler und publiziert in der Süddeutschen Zeitung.

Heraus mit den grauen Eminenzen.
Zum SPD Sommertheater (in der Hauptrolle: Wolfgang Clement) sollte man eigentlich nicht mehr soviel sagen. Es ist ein genauso ärgerliches Thema wie die Meinungsäußerungen von Thilo Sarrazin oder die nervige Schwüle draußen. Aber manchmal melde sich ja doch einer zu Wort, der wirklich was zu sagen hat oder die Dinge für uns Außenstehende mal vernünftig einordnet und vor allem – was in dieser Zeit nicht wirklich häufig ist – eine Meinung hat, die auch noch fundiert und argumentativ nett nachzulesen ist.
Doch wer ist dieser Mann? Erhard Eppler – ne ganz große SPD Nummer in den 60er und 70er Jahren.
Zu finden ist der schöne Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 7. August 2008. Online Variante hier!

Atom, Kohle und alles immer teurer…
“Alles wird teurer!”, das klingt zwar verdammt nach meiner Oma aber leider ist es mittlerweile auch mein Lieblingsspruch neben: “Ich geh jetzt ins Bett” oder “Ich muss noch arbeiten!” geworden. Der Ausspruch scheint zeitlos zu sein und da meine Oma zich Währungsumwälzungen und die große Weltwirtschaftskrise in den 1920er Jahren erlebt hat, da glaube ich ihr den Satz heute.
Aber es gibt ja noch Zeitungen, die einem die Welt erklären und in diesem Fall die Frankfurter Allgemeine Zeitung! Da ich Bäume schone – bin ich nur nichtzahlenden virtueller Abonennt!
Die schon gemachte Bilderserie mit den Pro und Contras der Energiequellen ist doch ganz nett erstellt!
Zu finden hier: Frankfurter Allgemeine 13. Juli 2008
Leider fehlen Erdwärme, dieses Pallett Sache fürs Heizen und Fernwärme etc. Aber sonst ist es okay.

Usedom bald auf dem Trockenen?
Dem Osten laufen nicht nur die Menschen weg, nein, jetzt ist es wahrscheinlich so, dass in den nächsten Jahren auch das Wasser sich rar macht. Das erfahre ich aus einem Artikel der Ostsee Zeitung.
Die Ursachen sind die “Touristenmassen”, die für die Wasserknappheit sorgen, der Klimawandel und anscheinend ist die Politik, die nicht wirklich an diesem Thema interessiert ist. In dem Artikel wird Ullrich Ewert, Niederlassungsleiter der HGN Hydrogeologie Schwerin GmbH, befragt.
Ursache sei auch die Klimaerwärmung, die zu einer veränderten Verteilung der Niederschläge führen werde. Die wahrscheinlich stärkeren Niederschläge im Winter würden keinen Ausgleich bringen, da das Wasser größtenteils abfließen statt versickern werde, sagt der Ingenieur. Die höheren Sommertemperaturen werden zu einer stärkeren Verdunstung führen – es werde weniger Grundwasser neu gebildet, aus dem Trinkwasser gewonnen werden kann.
Während sich Prognosen zufolge im Westen von MV die Sommerniederschläge um fünf bis 10 Prozent verringern, werden sie sich im Osten mehr als halbieren, was den größten Rückgang in Deutschland bedeute. Politiker und Behörden würden das Ausmaß aber nicht wahrnehmen. „Für Wasser ist keine Lobby da“, sagt Ewert. Nach der Präsentation der auf Landtagsbeschluss erarbeiteten Klima-Studie Anfang Mai in Schwerin sagte Ewert, die Auswirkungen würden deutlich krasser sein als von der Politik dargestellt.
Quelle: Ostsee Zeitung vom 26. 05. 2008.
(Anmerkung: Zum Lesen des Artikel muss man sich registieren!)

Prostituierten Besuch künftig strafbar!
Jetzt muss der eine oder andere ganz tapfer sein: Wer in Zukunft die Damen des horizontalen Gewerbes besucht, der soll bestraft werden. Das nicht nur von seiner eventuell vorhandenen Partnerin, sondern auch vom Gesetzgeber. Das sieht ein Entwurf von Bundesjustizministerin Zypries vor. Allerdings ist nicht so ganz klar, wer und vor allem wie bestraft wird. Da hat Christian Rath – rechtspolitischer Korrespondent der Tageszeitung – sich einmal Gedanken zu diesem Gesetz gemacht und einen Kommentar geschrieben.
Das neue Gesetz soll diffusere Situationen erfassen: Eine Frau ist in einer “schutzlosen” Lage, wehrt sich aber nicht. Der Mann erkennt den Ernst der Lage, hat aber dennoch Sex mit ihr. Klingt gut, ist aber völlig unrealistisch. Denn wie will man beweisen, dass der Mann in Kenntnis einer Zwangssituation handelte? Ein paar blaue Flecken bei der Frau dürften als Zeichen für eine Ausbeutungsituation kaum ausreichen. Die Union will daher Freier schon bestrafen, wenn sie “leichtfertig” die Zwangslage einer Frau nicht erkennen. Das wiederum wirkt reichlich uferlos – und das soll es ja vermutlich auch sein.
Quelle: TAZ 20. 05. 2008

Gen-Mais, Milchpreise und Erzeuger
Der deutsche oberste Landwirt heißt Gerd Sonnleitner. Er ist Präsident des deutschen Bauernverbandes. Wenn er nicht gerade Tageszeitungen oder anderen Medien ein Interview gibt, ist er Landwirt und kümmert sich um Schweine und Rinder. Jetzt hat er seine Arbeitskleidung gegen den Funktionärsanzug getauscht und dem Tagesspiegel vom 19. Mai 2008 ein Interview über Gen-Mais, Biosprit und Milchpreise gegeben. Neben den üblichen Erklärungen, dass die Landwirte so wenig verdienen, sagt Herr Sonnleitner aber auch interessante Dinge wie:
Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul hat wegen der hohen Lebensmittelpreise ein Moratorium für die Biospritproduktion gefordert.
Mir wird das Thema Bioenergie zu negativ diskutiert. Es geht schließlich auch um Klimaschutz und Energiesicherung. Wir sind dafür, dass man das Biokraftstoffquotengesetz in der alten Form, das bis 2015 einen Biokraftstoffanteil von acht Prozent vorsieht, aufrechterhält…
… die EU will bis 2020 zehn Prozent …… aber mehr braucht es nicht. Wir waren auch früher schon immer vorsichtig mit zu ambitionierten Zahlen. Nach der Einführungsphase muss der Markt entscheiden. Wir sehen schon jetzt, dass die meisten Bioethanolanlagen in Deutschland nur mit halber Kraft fahren. Die Nahrungsmittelproduktion ist bei den Preisen eindeutig wirtschaftlicher.
Quelle: Tagesspiegel 18.05.2008
Natürlich muss ein Vorsitzender des Bauernverbandes etwas zu Milchpreisen sagen:
Im Gegensatz zu den Bauern sind viele Verbraucher glücklich über die günstige Milch. Wie lange wird das so bleiben?
Wir rechnen damit, dass die Milch im Sommer oder Frühherbst wieder teurer wird. Auch Bauern sind Verbraucher. Aber was nützt es, wenn die Milchbauern wegen zu niedriger Erzeugerpreise die Produktion aufgeben und die Verbraucher von Importen abhängig werden. Die Preisschwankungen wären größer, das Angebot kleiner. Bei der Energie erleben wir, dass bei Importabhängigkeit die Preise stetig steigen. Da steht auch der Lebensmittelhandel in gewisser Verantwortung.
Quelle: Tagesspiegel 18.05.2008

Oskar weiterhin auf Interview-Tingel-Tour
So langsam sollten Tour-T-Shirts von Oskar Lafontaine in Auftrag geben werden. Hat er bereits der Taz am 9. Mai ein Interview gegeben, so ist der Tagesspiegel am 18. Mai dran. Das Taz Interview habe ich auf Lesenswert24.de beleuchtet.
Beim Tagesspiegel sagt er eigentlich auch nicht viel Neues. Die üblich verdächtigen Worthülsen und das Kohlsche Nicht-Beantworten von Fragen sind auch hier auf der Tagesordnung.
Aber Sie haben kein Grundsatzprogramm, das über den Tag hinausgeht. Wollen Sie die Wähler lieber im Ungewissen lassen?
Wir haben programmatische Eckpunkte, in denen alles Wichtige geregelt ist. Sie wurden durch Mitgliederentscheid verabschiedet. In der Außenpolitik lehnen wir Krieg ab und achten auf das Völkerrecht. In der Innenpolitik wollen wir die Zerstörung des Sozialstaates ersetzen durch eine Politik, die den Arbeitnehmern wieder Reallohnzuwächse zugestehen will und den Rentnerinnen und Rentnern eine armutsfeste Rente.
Ist nicht wirklich eine Antwort auf die Frage: “Wollen Sie die Wähler im Ungewissen lassen?” oder?
Sie wollen 2009 Ministerpräsident im Saarland werden, und bei den Bundestagswahlen will die Linke wieder mit zweistelligem Ergebnis ins Parlament einziehen. Kann eine linke Partei sich leisten, ohne Programm anzutreten?
Dass wir kein Programm haben, ist Propaganda unserer Gegner. Wir verändern mit unserem Programm die deutsche Politik. Nehmen Sie die Steuerpolitik. Da kopiert die CSU unsere Vorschläge: Entlastung der kleinen und mittleren Einkommen, die Wiedereinführung der Pendlerpauschale und die Erhöhung des Grundfreibetrags. Das Mindeste, was CDU/CSU noch vor der Bundestagswahl von uns übernehmen müssten, wäre die Beseitigung der kalten Steuerprogression. Unser Antrag dazu liegt im Bundestag. Ohne einen inflationsbereinigten Steuertarif müssen die Arbeitnehmer allein von 2006 bis 2012 über 60 Milliarden Euro zusätzlich bezahlen.
Auf die Feststellung, dass der Herr Lafontaine saarländischer Ministerpräsident werden will, geht er nicht ein. Und zur Höhe von kommenden Wahlergebnisse auch nicht. Nur – wie gewohnt – auf die CSU Forderung nach einer Steuersenkung und die übliche Wiedereinführung der Pendlerpauschale. Gegenfinanzierung: Fehlanzeige.
Quelle für das Interview: Tagesspiegel 18. Mai 2008

